Autobahn A 60 vor dem Hechtsheimer Tunnel bei Mainz-Hechtsheim in Richtung Bingen, km 15,1

Auffällige Messstellen:

Geschwindigkeits-Messungen

Messstelle


Wer beschuldigt wird, an der besagten Stelle zu schnell gefahren zu sein, der wird im Anhörungsbogen oder Bußgeldbescheid regelmäßig folgende Ausführungen finden:

"Dem Betroffenen wird vorgeworfen, am ... um ... Uhr in Gem. Mainz, BAB A 60, Höhe Km 15,1, FR: Bingen als Fahrer des ..., amtliches Kennzeichen ... folgende Ordnungswidrigkeit(en) nach § 24/§ 24a/§ 24c StVG begangen zu haben:

Sie überschritten die zulässige Höchstgeschwindigkeit außerhalb geschlossener Ortschaften um ... km/h.

Zulässige Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h.

Festgestellte Geschwindigkeit (nach Toleranzabzug): ... km/h.

Berücksichtigte Toleranz: ... km/h

...


Beweismittel: Zeuge, ES 3.0, Filmnr.: ..., Bildnr.: ..."

Das stationär und damit dauerhaft aufgestellte Messgerät steht seit 2017 nach der Weisenauer Brücke und vor dem Hechtsheimer Tunnel. Besonders tückisch ist dabei, dass etwa 400 m vor der Abfahrt Hechtsheim-Ost mit einem sogenannten Einseiten-Sensor in einem Abstand von nur etwa 70 m (!) hinter dem 80er-Schild gemessen wird - voran stehen 100er-Schilder. Kein Wunder also, dass bei ca. 70.000 Fahrzeugen, die täglich diese Stelle passieren, im Durchschnitt zwischen 500 und 1.000 Fahrzeuge pro Tag geblitzt werden.

 

Mandanten schildern uns regelmäßig, dass sie sich überhaupt nicht im Klaren darüber gewesen seien, in einer auf 80 km/h beschränkten "Zone" gefahren zu sein. Bedenkt man, dass die zuvor zulässigen 100 km/h einer Geschwindigkeit von etwa 28 m/sek entsprechen, ist dies ohne weiteres nachzuvollziehen - schließlich "tappen" diejenigen, die zuvor korrekt gefahren sind und sich an das vorherige Limit gehalten haben, bereits etwa nach 2,5 Sekunden in die Mess-Falle. 

​​Welche Auffälligkeiten / Fehler können an dieser Messstelle auftreten?
 

  • Die oben beschriebene Örtlichkeit ist höchst fragwürdig. Unseres Erachtens geht es hier keineswegs um verkehrssicherheitsrelevante Aspekte, sondern allein um fiskalische Interessen, möglichst viele Bußgelder einzunehmen.
     

  • Möglicherweise bedingt durch den Aufstell-Ort lassen die vom Messgerät angefertigten Lichtbilder zum Teil keine eindeutige Identifizierung der Fahrer-Person zu. Bereits etliche der von unsere Kanzlei geführten Verfahren wurden deswegen eingestellt.
     

  • Ähnlichen Gründen mag es geschuldet sein, dass das Messfoto der Fotoeinrichtung selbst nach Anpassung des Kontrasts und der Helligkeit das Kennzeichen nicht stets mit der gebotenen Sicherheit erkennen lässt.
     

  • Bei Fahrzeugen mit LED-Tagfahrlicht oder -Hauptscheinwerfern kann es zu Fehl-Ausschlägen und damit zu überhöhten Messwerten kommen. 
     

  • Auch das "Phänomen des vorauseilenden Schattens" spielt hier zum Teil eine Rolle: Wenn links hinter dem eigenen Fahrzeug ein anderes Fahrzeug mit schnellerer Geschwindigkeit herannaht, kann der von diesem Fahrzeug an die linke Leitplanke geworfene Schatten eine Fehl-Messung der lichtempfindlichen Anlage auslösen. 
     

  • Zum Teil erscheinen die aus mess- und eichrechtlichen Gründen erforderlichen Nachweise über Wartungen und Reparaturen am Messgerät nicht nachvollziehbar bzw. sind ausreichend.

Zuständige Behörden und Gerichte
 

  • Bußgeldbehörde:
    Zentrale Bußgeldstelle beim Polizeipräsidium Rheinpfalz in Speyer

     

  • Gericht:
    Amtsgericht Mainz


     

Was können wir für Betroffene tun?
 

  • UPDATE 2022:
    Bereits seit dem Vorjahr registrieren wir in einer auffallend hohen Zahl unserer Fälle, dass die oben genannte Bußgeldstelle bereits nach unserem ersten mehrseitigen und mit diversen Gerichtsentscheidungen bestückten Schriftsatz die Verfahren ohne jegliche Nennung einer Begründung einstellt - vor allem wenn wir bereits frühzeigt nach Erhalt eines Anhörungsbogens und noch vor Erlass eines Bußgeldbescheides tätig werden konnten.


    Im übrigen dürfen Sie von uns regelmäßig Folgendes erwarten:

     

  • Überprüfung der amtlichen Akte auf Vollständigkeit der Beweismittel
     

  • Nachforderung fehlender Daten und Urkunden zwecks ergänzender Überprüfung
     

  • Aufdecken technischer Fehler bei der Einrichtung der Messstelle und / oder der Auswertung der Messung (u.a. wegen der beschriebenen Aufstellhöhe)
     

  • Beauftragung eines Gutachtens bei einem eng mit uns zusammenarbeitenden und ebenfalls hochgradig spezialisierten Sachverständigenbüro, um die digitalen Messdaten auswerten zu lassen und Fehlzuordnungen des Messwerts zu einem falschen Fahrzeug (z.B. wg. des Phänomens des vorauseilenden Schattens oder LED-Scheinwerfern) festzustellen
     

  • Prüfung verjährungsrechtlicher Verteidigungsaspekte etc.
     

  • Prüfung der Identifizierbarkeit des/der Betroffenen als Fahrer(in)
     

  • Beantragung einer Einstellung des Verfahrens oder Reduzierung der Geldbuße auf nur 55 € (ohne Punktefolge in Flensburg) bzw. Abwehr eines drohenden Fahrverbots durch Reduzierung des Geschwindigkeitswerts im Falle eines Mess-Fehlers

Kostenloser Vor-Check

Wir haben mit dieser Mess-Stelle seit Jahren umfangreiche Erfahrungen gesammelt. Nutzen Sie gerne unseren kostenfreien Schnell-Test.

Weitere Informationen zum Messort

Nachfolgend können Sie sich gerne ein Video zur Messstelle ansehen: 

UPDATE 2022: Ungewöhnliche Häufung von Verfahrens-Einstellungen!